“Bots im Internet übertreffen inzwischen die menschliche Aktivität – 51 % des gesamten Internet-Traffics stammen heute von automatisierten Bots.”
— securityweek.com Quelle: securityweek.com
Leider ein realistisches Szenario: Du willst Konzerttickets für deine Lieblingsband kaufen. Die Website lädt erst langsam, stürzt dann ab. Nach etlichen Versuchen kommst du endlich durch – aber die Tickets sind ausverkauft. Das Überraschende: 73% dieser “Käufer” waren keine Menschen. Es waren Bots.
Dies ist die neue Realität des Internets im Jahr 2025, in dem 51% des gesamten Internetverkehrs kommt von Bots, nicht von Menschen.
Die Übernahme durch Bots: Zusammensetzung des Internet-Traffics 2024
Der unsichtbare Krieg kostet Milliardenbeträge
Jede Sekunde tobt ein unsichtbarer Krieg im Internet. Auf der einen Seite: Website-Betreiber, die versuchen, echte Kunden zu bedienen. Auf der anderen Seite: eine Armee von Bots, die von Tag zu Tag schlauer und zahlreicher wird.
$238,7 MILLIARDEN
So viel Geld verschwenden Unternehmen jährlich für Bot-gesteuerten Traffic. Zum Vergleich: Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt von Portugal, und es geschieht still und leise, Klick für Klick.
Beispiel Reisebranche: Fast die Hälfte (48%) des gesamten Traffics auf Reise-Websites stammt von schädlichen Bots. Fluggesellschaften und Hotels betreiben im Grunde zwei Unternehmen: eines für Menschen, eines für Bots.
Sarah Chen, die eine Boutique-Reisebuchungsseite betreibt, erzählt eine bekannte Geschichte: “Wir haben monatlich $12.000 für Serverkosten ausgegeben. Nach einer Analyse stellten wir fest, dass 65 % unseres Traffics von Bots kamen, die unsere Preise abgriffen. Wir haben also buchstäblich dafür bezahlt, dass unsere Konkurrenz uns unterbietet.“
Wenn die Verteidigung zum Feind wird
An dieser Stelle nimmt unsere Geschichte eine unerwartete Wendung. Im Kampf gegen Bots sind viele Websites ihr eigener schlimmster Feind geworden. Das Heilmittel kann anscheinend schlimmer sein als die Krankheit.
Das CAPTCHA-Paradox: Stell dir vor, du verlierst 40% deiner Kund:innen an der Kasse. Das passiert, wenn Websites aggressive CAPTCHA-Herausforderungen einsetzen. Das ist ein 40%iger Einbruch der Conversion-Rate!
Die Zahlen sprechen für sich:
| Sicherheitsmaßnahme | Auswirkungen auf die Nutzer | Auswirkungen auf die Zugänglichkeit |
|---|---|---|
| Standard CAPTCHA | ~8.66% Tippfehler beim ersten Versuch (ohne Berücksichtigung der Groß- und Kleinschreibung). Wenn Groß- und Kleinschreibung beachtet wird, ~29.45% Durchfallquote (einschließlich Fallfehler). | Visuelle CAPTCHAs schließen blinde und sehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer aus oder behindern sie stark, es sei denn, es wird eine nicht-visuelle Alternative angeboten. |
| CAPTCHA mit Groß- und Kleinschreibung | Erhöht den Ausfall von ~8,66% auf ~29.45% | Schlechter für alle (mehr Frustration). |
| Audio CAPTCHA | Variabel - Studienberichten zufolge Geringer Erfolg / hoher Abbruch in vielen Implementierungen (Beispiele: ~48% Erfolg in kleiner PVI-Studie; breitere Studien zeigen CAPTCHA-bedingte Abbrüche im Bereich von ~18-45%) | Gedacht als Alternative für Sehbehinderte, blockiert aber oft trotzdem. |
| Aggressive IP-Blockierung | In Baymard nicht berichtet; Effekt variiert je nach Infrastruktur und Publikum | Kann legitime Nutzer blockieren, die VPNs/Proxies verwenden (Datenschutz-Tools, Unternehmensnetzwerke) |
Das Datenschutz-Paradox
Nehmen wir Marcus, einen Cybersecurity-Berater, der ein VPN für sein gesamtes Surfverhalten nutzt - eine Praxis, die er seinen Kunden empfiehlt. Dennoch wird er regelmäßig von Websites ausgesperrt, die seine VPN-Verbindung als “verdächtig” einstufen. Die Ironie dabei? 47% der Amerikaner nutzen jetzt VPNs für den legitimen Schutz der Privatsphäre. Was Bots fernhalten soll, hält jetzt auch echte Menschen fern.
“Eine zu aggressive Bot-Abwehr kann versehentlich legitime Nutzer blockieren, was zu Frustration und Geschäftsverlusten führt.”
- Security Magazine Quelle: Security Magazine
Die KI-Welle
Der Aufstieg von AI hat eine Flut in einen Tsunami verwandelt. Der GPTBot von OpenAI weist ein Crawler-zu-Referral-Verhältnis von 70.900:1 auf. Heißt: Für jeden Besucher, den es auf eine Website zurückschickt, stellt es über 70.000 Anfragen. So, als würdest du jemanden zum Abendessen einladen – und der bringt 70.000 ungebetene Freunde mit.