- Das Logfile deines Servers oder CDN zeigt jede Anfrage, auch die von Googlebot und KI-Bots. Dort siehst du vollständig, was Bots wirklich abrufen.
- Ein Bot ist erst echt, wenn seine IP passt. Google, OpenAI, Anthropic und andere veröffentlichen dafür Listen oder unterstützen Reverse DNS.
- Crawl Budget ist laut Google vor allem bei großen Websites ein Thema, etwa ab 10.000 Seiten mit täglichen Änderungen.
Was steht in einem Logfile?
Ein Access-Log hält jede Anfrage an den Server in einer Zeile fest. Die meisten Webserver schreiben dafür das Combined Log Format oder eine Variante davon. So sieht eine Zeile für einen Abruf durch den Googlebot aus. Den User-Agent haben wir gekürzt.
| Feld | Beispiel | Wofür du es brauchst |
|---|---|---|
| IP-Adresse | 66.249.66.1 | Prüfen, ob der Bot echt ist |
| Zeitstempel | 14/Oct/2026:08:15:32 +0200 | Crawl-Verlauf über Tage und Wochen |
| Anfrage | GET /gartenmoebel/lounge/ | Welche URL und welcher Seitentyp abgerufen wurde |
| Statuscode | 200 | Was der Bot bekommen hat, etwa 200, 301, 404 oder 503 |
| Bytes | 48211 | Größe der Antwort |
| User-Agent | <User-Agent des Googlebots> | Welcher Bot sich angibt |
Viele Server und CDNs schreiben zusätzlich die Antwortzeit und den Host mit. Die Antwortzeit zeigt, wie schnell der Server Bots bedient. Den Host brauchst du, wenn mehrere Domains oder Subdomains auf demselben Server laufen.
Bots erkennen und prüfen
Den User-Agent kann jeder setzen. Wertest du Googlebot in den Logs aus, ohne die IP zu prüfen, zählst du Scraper mit. Google empfiehlt zwei Wege.
- Reverse DNS. Du fragst den Hostnamen zur IP ab. Er muss auf googlebot.com, google.com oder googleusercontent.com enden. Danach prüfst du per Forward DNS, ob der Hostname wieder auf dieselbe IP zeigt.
- IP-Listen. Google veröffentlicht die Bereiche als JSON, für den Googlebot in der Datei common-crawlers.json. Für Abrufe, die Nutzer auslösen, gibt es eigene Listen.
So sieht die Prüfung im Terminal aus.
| Betreiber | Prüfung |
|---|---|
| Reverse DNS und JSON-Listen, etwa common-crawlers.json | |
| OpenAI | JSON-Listen je Bot, etwa gptbot.json und searchbot.json |
| Anthropic | JSON-Liste claude.com/crawling/bots.json |
| Perplexity | JSON-Listen perplexitybot.json und perplexity-user.json |
| Apple | Reverse DNS auf applebot.apple.com und applebot.json |
| Common Crawl | Reverse DNS auf crawl.commoncrawl.org und ccbot.json |
Welche KI-Bots es gibt und wofür sie crawlen, erklärt der Ratgeber KI-Crawler.
Was zeigt die Logfile-Analyse?
| Frage | Auswertung |
|---|---|
| Wohin geht der Crawl? | Anfragen des Googlebots je Verzeichnis oder Seitentyp, etwa Produkte, Kategorien und Filter-URLs |
| Was bekommen Bots zurück? | Statuscodes je Bot. Viele 301, 404 oder 5xx kosten Crawls. |
| Welche Seiten kennt Google nicht? | URLs aus Sitemap oder Crawl, die der Googlebot im Zeitraum nie abgerufen hat |
| Was crawlt Google, das du nicht verlinkst? | URLs im Log, die in keinem Crawl auftauchen, etwa alte Parameter oder verwaiste Seiten |
| Wie schnell antwortet der Server? | Antwortzeiten für Bots über die Zeit |
| Fragt eine KI nach deinen Seiten? | Abrufe von ChatGPT-User, Claude-User oder Perplexity-User. Sie entstehen, wenn ein Nutzer in einem Assistenten fragt und das System deine Seite liest. |
Am meisten bringt die Analyse, wenn du sie mit einem Crawl und den Klicks aus der Search Console verbindest. Dann siehst du, ob die Seiten mit Klicks oft gecrawlt werden und wohin der Rest des Crawls geht.
Crawl Budget
Google beschreibt das Crawl Budget als die Menge an URLs, die Googlebot crawlen kann und will. Es setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Das Crawl-Kapazitätslimit legt fest, wie viel Last Google deinem Server zumutet. Antwortet der Server mit 5xx-Fehlern oder Status 429, sinkt das Limit und Google crawlt weniger. Der Crawl-Bedarf hängt von der Größe der Website, der Popularität der URLs und davon ab, wie oft sich Inhalte ändern.
- Websites mit mehr als einer Million Seiten, die sich etwa wöchentlich ändern.
- Websites mit mehr als 10.000 Seiten, die sich täglich ändern.
- Websites mit vielen URLs im Status „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“.
Google nennt diese Werte selbst eine grobe Schätzung. Für kleinere Websites reichen laut Google eine aktuelle Sitemap und ein Blick in den Bericht zur Seitenindexierung.
| Hilft laut Google | Kostet Crawls oder hilft nicht |
|---|---|
| Duplikate zusammenführen | noindex, weil Google die Seite trotzdem abruft |
| Unwichtige URLs per robots.txt sperren, etwa endlose Filter | robots.txt, um Budget kurzfristig auf andere Seiten zu schieben |
| 404 oder 410 für entfernte Seiten, Soft 404 beheben | Lange Weiterleitungsketten |
| Sitemaps aktuell halten, mit lastmod | Langsame Antworten, 5xx-Fehler und Status 429 |
| HTTP-Caching mit Status 304 |
Filter-URLs: Was spart wirklich Crawls?
Filter und Sortierungen im Shop erzeugen schnell mehr URLs, als es Produkte gibt. Laut Google kann facettierte Navigation auf Basis von URL-Parametern unendliche URL-Räume erzeugen. Entscheidend ist, ob eine Methode Crawls spart oder nur die Indexierung steuert. Die Logs zeigen es dir direkt. Fragt Googlebot die Filter-URLs nach der Änderung weiter an, kostet die Methode weiter Crawls.
| Methode | Crawlt Google die Filter-URLs weiter? | Landen sie im Index? |
|---|---|---|
| rel="canonical" auf die ungefilterte Seite | Ja. Laut Google kann das Crawling der nicht-kanonischen URLs mit der Zeit abnehmen. | Google wertet das Canonical als Hinweis auf die bevorzugte URL. |
| noindex | Ja. Google ruft die Seite ab und verwirft sie, sobald es das noindex sieht. | Nein |
| rel="nofollow" an den Filterlinks | Weniger, aber nur, wenn jeder Link auf die URL nofollow trägt. | Wird damit nicht gesteuert. |
| Disallow in der robots.txt | Nein | Die URL kann trotzdem in den Suchergebnissen stehen, dann ohne Beschreibung. |
| Filter im URL-Fragment (#) | Nein. Fragmente wirken sich laut Google nicht auf das Crawling aus. | Es entstehen keine eigenen URLs. |
| Filter als Formular ohne Link (PRG-Muster) | Nein, solange kein <a href> auf die Filter-URL zeigt. | Nur, wenn die Ergebnis-URL anderswo verlinkt ist. |
Canonical und nofollow nennt Google auf lange Sicht weniger wirksam als robots.txt oder Fragmente. noindex hilft bei der Indexierung, spart aber keine Crawls.
Das PRG-Muster
Post/Redirect/Get stammt aus der Formularverarbeitung und verhindert, dass ein Formular doppelt abgeschickt wird. Bei Filtern sind die Optionen dann Buttons in einem Formular statt Links. Wählt jemand einen Filter, geht eine POST-Anfrage an den Server. Er antwortet mit einer Weiterleitung auf die Seite mit den gefilterten Ergebnissen.
Google kann einen Link in der Regel nur crawlen, wenn er ein <a>-Element mit href-Attribut ist. Ein Filter-Button bietet Googlebot deshalb keine URL zum Folgen. Für Nutzer funktioniert der Filter wie gewohnt. Als Methode für Filter beschreibt Google PRG selbst nicht. Die Wirkung folgt aus der Regel für crawlbare Links, und du kannst sie in den Logs prüfen. Tauchen die Filter-URLs nach der Umstellung dort nicht mehr auf, greift das Muster.
Zwei Dinge gehören dazu. Filter, die als eigene Landingpage ranken sollen, etwa „rote Sneaker“, brauchen weiter eine normale, verlinkte URL. Die Ergebnis-URL nach der Weiterleitung bleibt erreichbar. Steht sie in der Sitemap oder ist sie von außen verlinkt, findet Google sie trotzdem.
Crawling-Statistik der Search Console oder Logfiles?
Die Crawling-Statistik in der Search Console ist ohne Aufwand verfügbar und ein guter Einstieg. Sie zeigt die Anfragen von Google, die Antwortzeit, den Host-Status und eine Aufschlüsselung nach Statuscode, Dateityp, Zweck und Googlebot-Typ. Bricht die Kurve ein, ist das oft der Anlass, in die Logs zu schauen.
| Crawling-Statistik | Logfiles | |
|---|---|---|
| Bots | Nur Google-Crawler | Alle Bots, auch KI-Bots und gefälschte |
| URLs | Beispiel-URLs als Stichprobe | Jede einzelne Anfrage |
| Zeitraum | Host-Status für die letzten 90 Tage | So lange, wie du die Logs aufbewahrst |
| Umfang | Nur für Properties auf Root-Ebene (Domain oder URL-Präfix ohne Pfad) | Jeder Host, der Logs schreibt |
| Genauigkeit | Google nennt ein bekanntes Problem, bei dem einzelne Anfragen fehlen | Vollständig, wenn alle Server und das CDN loggen |
| Aufwand | Ohne Einrichtung verfügbar | Zugang, Speicher und Auswertung nötig |
Logs beschaffen
- Klär mit IT oder Hosting, wo die Access-Logs liegen. Das sind der Webserver, der Load Balancer oder das CDN.
- Nutzt ihr ein CDN wie Cloudflare, gehören dessen Logs dazu. Anfragen, die das CDN aus dem Cache beantwortet, erreichen den Server nie und fehlen in seinen Logs.
- Leg fest, wie lange die Logs aufbewahrt werden. Für einen Vergleich vor und nach einem Release oder Relaunch brauchst du die Wochen davor.
- Filter früh auf Bots. Für SEO reichen die Zeilen von Suchmaschinen und KI-Bots.
- Klär den Datenschutz. IP-Adressen können personenbezogene Daten sein (EuGH, Urteil vom 19.10.2016, C-582/14, Breyer). Keine Rechtsberatung.
Häufige Fehler
- Googlebot nur am User-Agent erkennen.
- Nur die Logs des Ursprungsservers auswerten, obwohl ein CDN davor sitzt.
- Nur einen Tag betrachten. Crawl-Muster zeigen sich erst über mehrere Wochen.
- Seiten auf noindex setzen, um Crawl Budget zu sparen.
- Logs erst suchen, wenn der Crawl schon eingebrochen ist. Dann fehlt der Vergleich mit vorher.
Häufige Fragen
Was ist eine Logfile-Analyse?
Die Auswertung der Server- oder CDN-Logs. Für SEO zeigt sie, welche URLs Googlebot und andere Bots abrufen, wie oft und mit welchem Statuscode.
Wo finde ich die Logfiles?
Beim Webserver, beim Load Balancer oder beim CDN. Bei Managed Hosting stellt sie oft der Anbieter bereit, bei Cloudflare gibt es eigene Exporte.
Brauche ich eine Logfile-Analyse bei kleinen Websites?
Selten. Google empfiehlt die Arbeit mit dem Crawl Budget vor allem für große Websites. Bei kleineren Websites reichen meist die Berichte der Search Console. Logs helfen trotzdem, wenn du wissen willst, welche KI-Bots deine Seiten abrufen.
Wie erkenne ich gefälschte Googlebots?
Per Reverse DNS auf die IP und anschließend per Forward DNS. Der Hostname muss auf googlebot.com, google.com oder googleusercontent.com enden und wieder auf dieselbe IP zeigen. Alternativ gleichst du die IP mit den JSON-Listen von Google ab.
Was ist der Unterschied zwischen Crawl Budget und Crawl-Rate?
Die Crawl-Rate ist die Geschwindigkeit, mit der Googlebot Anfragen stellt. Das Crawl Budget beschreibt, wie viele URLs Google insgesamt crawlen kann und will. Das Kapazitätslimit begrenzt dabei die Rate.
Quellen
Abgerufen am 15.10.2026. Ist eine Angabe veraltet oder fehlt etwas, schreib uns.
- Google, Crawl-Budget für große Websites verwalten: https://developers.google.com/crawling/docs/crawl-budget · Stand 22.07.2026
- Google, Google-Crawler und -Fetcher überprüfen: https://developers.google.com/crawling/docs/crawlers-fetchers/verify-google-requests · Stand 20.03.2026
- Search-Console-Hilfe, Bericht Crawling-Statistik: https://support.google.com/webmasters/answer/9679690
- Apache HTTP Server, Log Files: https://httpd.apache.org/docs/current/logs.html
- OpenAI, Overview of OpenAI Crawlers: https://developers.openai.com/api/docs/bots
- Anthropic, Crawlt Anthropic Daten aus dem Web?: https://support.claude.com/en/articles/8896518-does-anthropic-crawl-data-from-the-web-and-how-can-site-owners-block-the-crawler · 07.04.2026
- Perplexity, Perplexity Crawlers: https://docs.perplexity.ai/guides/bots
- Apple, Informationen zu Applebot: https://support.apple.com/en-us/119829 · 04.09.2026
- Common Crawl, CCBot: https://commoncrawl.org/ccbot
- EuGH, Urteil vom 19.10.2016, C-582/14 (Breyer): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62014CJ0582 · 19.10.2016
- Google, Crawling von URLs mit facettierter Navigation verwalten: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/crawling-managing-faceted-navigation · abgerufen am 02.11.2026
- Google, Best Practices für Links: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/links-crawlable · abgerufen am 02.11.2026
- Google, Einführung in robots.txt: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/robots/intro · abgerufen am 02.11.2026