KI & GEO

Lesen KI-Systeme Schema Markup wirklich?

Unser Test mit acht Preisquellen und fünf KI-Systemen zeigt, was beim Abruf einer Seite ankommt.

5,99 €<script ld+json>"price": "8.99"KI
Michael WeberErstmals veröffentlicht: 02.12.2025Stand: 15.10.20269 Min. Lesezeit
Experiment von 2025

Methode und Ergebnis stammen aus unserem Test vom 30.10.2025. Wir haben ihn seitdem nicht wiederholt. Was sich bei Google und den KI-Systemen geändert hat, steht im Abschnitt Was hat sich seitdem geändert?

Kurz gesagt
  • Google schreibt heute, dass seine KI-Suche keine strukturierten Daten braucht und es kein spezielles Markup dafür gibt (Stand 10.07.2026). Für Rich Results empfiehlt Google sie weiter.
  • Unser Test lief auf einer Seite mit acht fiktiven Produkten. Jeder Preis steckte in genau einer Quelle, etwa im sichtbaren HTML, im JSON-LD oder in verstecktem Microdata. Gefragt haben wir ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity und den Google AI Mode.
  • Den Preis, der nur im JSON-LD stand, hat kein System genannt. Gefunden wurden vor allem sichtbare Preise. Gemini fand zusätzlich einen per JavaScript eingefügten Preis.

Wie KI-Systeme an Webinhalte kommen

Ob Schema Markup in einer KI-Antwort ankommt, hängt davon ab, auf welchem Weg das System die Seite kennt. Wir unterscheiden vier Wege.

WegWas passiertRolle von SchemaIn unserem Test
TrainingCrawler sammeln Seiten für das Training von SprachmodellenKann in Trainingsdaten steckennicht getestet
IndexierungSuchmaschinen speichern Inhalte und MetadatenWird hier sehr wahrscheinlich ausgelesenindirekt, über Antworten nach der Indexierung
SucheDas System sucht im Index nach passenden SeitenGespeicherte Daten sind verfügbarindirekt
Direkter AbrufDer Chatbot ruft die Seite live abHängt vom Parser abgetestet

Unser Test zeigt vor allem den direkten Abruf. Für Perplexity und den Google AI Mode haben wir zusätzlich abgefragt, nachdem die Seite in deren Index war. Ob Google AI Overviews oder Bing Copilot Schema aus dem Index nutzen, beantwortet der Test nicht.

Die drei Formate kurz erklärt

FormatWo es stehtWas Google sagt
JSON-LDEigener <script>-Block, getrennt vom sichtbaren HTMLEmpfohlen. Google liest JSON-LD auch, wenn JavaScript es nachträglich einfügt.
MicrodataAttribute wie itemscope, itemtype und itemprop direkt im HTMLGleichwertig, solange das Markup gültig ist
RDFaAttribute wie vocab, typeof und property im HTMLGleichwertig, solange das Markup gültig ist

Wichtig für den Test ist eine Regel aus Googles Richtlinien. Strukturierte Daten sollen nur beschreiben, was Nutzer auf der Seite auch sehen.

So war der Test aufgebaut

Die Testseite zeigte ein fiktives Produkt, „searchVIU Premium GEO Bears“, in acht Varianten. Jede Variante hatte einen eigenen Preis, und jeder Preis stand an genau einer Stelle. So lässt sich an der Antwort ablesen, welche Quelle ein System gelesen hat. Einige Preise standen absichtlich nur im unsichtbaren Markup. Das widerspricht Googles Richtlinien und ist keine Empfehlung. Im Test trennt es nur die Quellen voneinander. Nach dem Test haben wir die Testseite wieder entfernt.

TestProduktPreisQuelle des Preises
1Blue5,99 €Sichtbares HTML, ohne Schema
2Unicorn12,99 €Per JavaScript nach dem Laden eingefügt
3Rainbow8,99 €Nur im JSON-LD
4Glitter15,99 €JSON-LD, per JavaScript eingefügt
5Orange7,49 €Microdata, versteckt in <meta>-Tags
6Cherry6,49 €Microdata im sichtbaren HTML
7Mint11,99 € / 9,99 €Verstecktes RDFa und JSON-LD mit widersprüchlichen Preisen
8Lemon5,49 €RDFa im sichtbaren HTML

So sah das Markup für Test 3 aus.

<script type="application/ld+json"> { "@context": "https://schema.org", "@type": "Product", "name": "searchVIU Rainbow Premium GEO Bears", "offers": { "@type": "Offer", "price": "8.99", "priceCurrency": "EUR" } } </script>

Jedes System bekam dieselbe Frage nach den Produkten auf der Seite und ihren aktuellen Preisen. Die Frage nannte den 26.10.2025 als Stichtag für die Preise, abgefragt wurde am 30.10.2025. Perplexity und der Google AI Mode antworteten zunächst nicht, weil die Seite noch nicht in ihrem Index war. Beide haben wir nach der Indexierung erneut gefragt.

Die Ergebnisse

TestQuelleChatGPTClaudeGeminiPerplexity*AI Mode*
1Sichtbares HTML✓–✓–✓
2JavaScript––✓✓✓
3Nur JSON-LD–––––
4JSON-LD per JavaScript–––––
5Verstecktes Microdata–––––
6Sichtbares Microdata✓–✓––
7Verstecktes RDFa + JSON-LD–––––
8Sichtbares RDFa✓–✓––
Gefundene Preise3 von 80 von 84 von 81 von 82 von 8

* nach der Indexierung. Vorher fanden beide 0 von 8. ✓ = Preis genannt, – = nicht genannt.

Was zeigten die Systeme im Einzelnen?

  • ChatGPT nannte alle sichtbaren Preise und keinen aus JavaScript oder verstecktem Markup.
  • Gemini fand als einziges System beim direkten Abruf auch den per JavaScript eingefügten Preis. Produkte ohne sichtbaren Preis erkannte Gemini als vorhanden, nannte aber keinen Preis.
  • Claude nannte die Produktnamen, aber keinen einzigen Preis, auch die sichtbaren nicht. Die Antwort lautete sinngemäß, auf der Seite seien keine Preise zu finden.
  • Perplexity fand nach der Indexierung nur das Produkt aus Test 2, dessen Preis per JavaScript kam. Das Produkt mit dem sichtbaren Preis aus Test 1 tauchte nicht auf.
  • Der Google AI Mode nannte nach der Indexierung die Preise aus Test 1 und 2. Das Produkt aus Test 3 erwähnte er als verfügbar, ohne Preis.

Den widersprüchlichen Preis aus Test 7 nannte kein System, weder den aus dem RDFa noch den aus dem JSON-LD. Dass Perplexity und der AI Mode den JavaScript-Preis nach der Indexierung kannten, spricht dafür, dass JavaScript-Inhalte in ihren Index gelangen. Vercel fand Ende 2024 keine JavaScript-Ausführung durch PerplexityBot. Mehr dazu steht im Ratgeber KI-Crawler. Ein Test mit einer Seite und einem Preis belegt das allerdings nicht.

Was heißt das für deine Website?

Für ChatGPT und Gemini zählt beim Live-Abruf, was im HTML sichtbar steht. Claude nannte im Test keinen Preis, auch keinen sichtbaren. Perplexity und der AI Mode antworten aus ihrem Index und geben dabei nur einen Teil der Seite wieder. Daraus folgen vier Schritte.

  1. Preise, Verfügbarkeit und andere Fakten, die in KI-Antworten auftauchen sollen, sichtbar im HTML zeigen.
  2. Diese Inhalte im Quelltext ausliefern, ohne dass erst JavaScript sie nachlädt. Nur Gemini hat im Test beim direkten Abruf JavaScript ausgeführt.
  3. Schema Markup behalten und mit dem sichtbaren Inhalt abgleichen. Für Rich Results in Google bleibt es nützlich.
  4. Widersprüche zwischen Markup und Seite vermeiden. Bei zwei Preisen nannte im Test kein System einen davon.

Mehr zur Abgrenzung von SEO und GEO steht im Ratgeber GEO vs. SEO, mehr zu JavaScript und KI-Bots im Ratgeber KI-Crawler.

Was hat sich seitdem geändert?

Google schreibt in seinem Leitfaden zur Optimierung für KI-Suche (Stand 10.07.2026), dass strukturierte Daten für generative KI-Suche nicht nötig sind und es kein spezielles Markup dafür gibt. Für Rich Results empfiehlt Google sie weiter. Das passt zu unserem Ergebnis für den direkten Abruf.

Die getesteten Systeme haben seit Oktober 2025 neue Modelle und Funktionen bekommen. Den Test haben wir seitdem nicht wiederholt. Die Ergebnisse oben zeigen den Stand vom 30.10.2025.

Häufige Fehler

  • Wichtige Fakten nur im JSON-LD pflegen und auf der Seite weglassen.
  • Preise oder Verfügbarkeit erst per JavaScript nachladen.
  • Markup und sichtbarer Inhalt widersprechen sich, etwa nach einer Preisänderung.
  • Schema als Hebel für ChatGPT-Sichtbarkeit einplanen, ohne den sichtbaren Inhalt zu prüfen.
  • Aus einem einzelnen Test auf alle Systeme und alle Zeitpunkte schließen.

Häufige Fragen

Liest ChatGPT Schema Markup?

In unserem Test vom 30.10.2025 nicht. ChatGPT nannte beim direkten Abruf nur Preise, die sichtbar im HTML standen.

Brauche ich strukturierte Daten für KI-Suche?

Google sagt, für generative KI-Suche seien sie nicht nötig. Für Rich Results in der Google-Suche lohnen sie sich weiter.

Welches Format ist für KI am besten?

Im Test machte das Format keinen Unterschied. Entscheidend war, ob der Inhalt sichtbar war. Google empfiehlt für strukturierte Daten JSON-LD.

Führen KI-Systeme JavaScript aus?

Beim direkten Abruf fand im Test nur Gemini den per JavaScript eingefügten Preis. Perplexity und der AI Mode kannten ihn nach der Indexierung.

Nutzen AI Overviews strukturierte Daten aus dem Google-Index?

Das hat unser Test nicht geprüft. Google nennt strukturierte Daten für seine KI-Funktionen keine Voraussetzung.

searchVIU crawlt deine Website jede Woche mit Google Chrome, inklusive JavaScript, und vergleicht je Seite das rohe mit dem gerenderten HTML. So siehst du, welche Inhalte erst durch JavaScript entstehen. Mit dem Zusatzmodul KI-Sichtbarkeit fragt searchVIU jede Woche ab, ob ChatGPT, Gemini und der Google AI Mode dich nennen. Mehr dazu auf der Seite KI-Sichtbarkeit.

Demo anfragen

Quellen

Abgerufen am 15.10.2026. Ist eine Angabe veraltet oder fehlt etwas, schreib uns.

  1. Google, Einführung in strukturierte Daten: https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/intro-structured-data · Stand 10.12.2025
  2. Google, Leitfaden Optimierung für KI-Suche: https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/ai-optimization-guide · Stand 10.07.2026
  3. Google, KI-Funktionen und deine Website: https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features · Stand 10.12.2025
  4. schema.org, Product: https://schema.org/Product
  5. Vercel, The rise of the AI crawler: https://vercel.com/blog/the-rise-of-the-ai-crawler · 17.12.2024