Technisches SEO

Was sagt Google zu mehreren hreflang-Werten auf einer URL?

Eine URL bekommt mehrere hreflang-Werte, wenn sie zugleich x-default und Sprachversion ist oder mehrere Länder bedient.

/en-eu/eine URLen-gben-ieen-nlen-been-ch/en-us/ = en-us
Eoghan HennErstmals veröffentlicht: 17.08.2018Stand: 15.10.20266 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
  • Eine URL darf mehrere hreflang-Werte tragen, etwa x-default zusätzlich zu „en“ oder mehrere Ländercodes für eine englische EU-Version. John Mueller (Google) hat das 2016 auf der SMX München und 2017 auf Twitter bestätigt.
  • Googles aktuelle Dokumentation erwähnt den Fall weder als erlaubt noch als verboten. Ein Messexperiment gibt es dazu nicht.
  • Im Praxiseinsatz bei mehreren Websites hat die Ländervariante funktioniert, solange die Codes zur Sprache der Seite passen.

Die Google-Dokumentation zu hreflang lässt viel Raum für Interpretation. Eine der offenen Fragen war lange, ob eine einzige URL mehrere hreflang-Werte tragen darf. Dieser Artikel dokumentiert, was Google dazu gesagt hat, und wie die Varianten in der Praxis aussehen.

Der Anlass

Auf der SMX München im März 2016 gab es eine Session zu hreflang. Eoghan Henn zeigte dort, wie hreflang richtig umgesetzt wird, wie hreflang und Canonical zusammenspielen, welche Domainstrategie international passt und wann x-default sinnvoll ist. Dabei äußerte er Zweifel, ob es sinnvoll ist, einer URL zwei hreflang-Werte zu geben.

In der Fragerunde meinte ein Teilnehmer, John Mueller von Google habe so eine Doppelzuordnung schon einmal für zulässig erklärt. John Mueller saß im Publikum und bestätigte, dass Google so eine Umsetzung akzeptiert.

x-default und Sprachcode auf derselben URL

Im Beispiel ist die englische Seite /en/about/ gleichzeitig die Standardversion für alle Nutzer ohne passende Sprache. Sie bekommt deshalb zwei Werte, „x-default“ und „en“. Daneben gibt es eigene Versionen für Großbritannien und Irland.

<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.example.com/en/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.example.com/en/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-gb" href="https://www.example.com/en-gb/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-ie" href="https://www.example.com/en-ie/about/">

Wie bei jedem hreflang-Set steht dieser Block identisch auf allen vier beteiligten URLs. Was x-default bedeutet und wann es passt, erklärt der Ratgeber hreflang.

Eine Version für mehrere Länder

Die Bestätigung warf gleich die nächste Frage auf. Gilt das auch für andere Fälle? Im zweiten Beispiel hat eine Website eine englische Version für die USA und eine englische Version für mehrere europäische Länder. Die US-Version bekommt „en-us“. Die EU-Version bekommt einen eigenen Wert für jedes Land, auf das sie zielt.

<link rel="alternate" hreflang="en-us" href="https://www.example.com/en-us/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-gb" href="https://www.example.com/en-eu/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-ie" href="https://www.example.com/en-eu/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-nl" href="https://www.example.com/en-eu/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-be" href="https://www.example.com/en-eu/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-lu" href="https://www.example.com/en-eu/about/"> <link rel="alternate" hreflang="en-ch" href="https://www.example.com/en-eu/about/">

Vor dem Gespräch hätte Eoghan diese Umsetzung nicht empfohlen. Auf Nachfrage bestätigte John Mueller, dass Google mehrere Werte auch in diesem Fall akzeptiert. Am 2. März 2017 bestätigte er es auf Twitter erneut. Sinngemäß ergänzte er, dass auch ein reiner Sprachcode oder x-default eine Option sei und sich alles kombinieren lasse.

Eoghan hat die Ländervariante danach bei mehreren Websites eingesetzt, und sie hat laut seiner Erfahrung jedes Mal gut funktioniert. Messwerte dazu gibt es nicht.

Welche Variante passt wann?

VarianteBeispielPasst, wennRisiko
Nur Sprachcodehreflang="en"Eine Version für alle Länder einer SpracheGering, wenig Pflege
Sprache und x-default„en“ und „x-default“ auf /en/Die Version dient zugleich als Standard für alle anderenGering
Mehrere Ländercodes auf einer URLen-gb, en-ie, en-nl auf /en-eu/Es gibt neben der Gruppe weitere Versionen derselben Sprache, etwa für die USALange Sets, Pflegeaufwand
Ländercode in fremder Spracheen-fr auf einer englischen SeiteSelten sinnvollErreicht vor allem englischsprachige Suchende im Land

Gibt es nur eine Version für alle Länder einer Sprache, genügt der reine Sprachcode. Die Ländervariante lohnt sich, wenn es neben der Gruppe noch andere Versionen derselben Sprache gibt, die Google auseinanderhalten soll.

Codes passend zur Sprache der Seite

In einem Praxisfall hatte ein Shop seine englischen EU-Seiten mit Codes wie „en-fr“ ausgezeichnet. Englischsprachige Suchende in Frankreich fanden die Seiten, französischsprachige nicht. Erst eine französische Version mit „fr-fr“ löste das. Der Sprachteil des Codes sollte deshalb zur Sprache der Seite passen. Für Seiten mit zwei Sprachen auf einer URL gibt es keinen offiziellen Weg.

Was hat sich seitdem geändert?

2016 lautete die Empfehlung, bei mehreren Ländercodes auf einer URL die Länderausrichtung in der Search Console leer zu lassen. Google unterstützt diese Einstellung nicht mehr. Die aktuelle Google-Dokumentation erwähnt mehrere Werte für eine URL weder als erlaubt noch als verboten. Sie beschreibt je Seite einen Link für jede Variante einschließlich der Seite selbst. Die Aussage von 2016 und 2017 ist damit weiterhin die einzige, die sich direkt auf diesen Fall bezieht. Neu dokumentiert ist, dass reservierte Codes wie „EU“ oder „UK“ ohne Wirkung bleiben. Der Pfad /en-eu/ ist unproblematisch, ein hreflang-Wert „en-eu“ wäre dagegen wirkungslos.

Häufige Fehler

  • Der Ländercode „uk“ statt „gb“ für Großbritannien. Google ignoriert ihn.
  • Ein Wert wie „en-eu“ für eine Ländergruppe. Regionen ohne ISO-Ländercode wirken nicht.
  • Das Set steht nur auf der EU-Version. Jede beteiligte URL braucht denselben Block, sonst fehlen Rückverweise.
  • Ländercodes für Länder, deren Sprache die Seite nicht spricht.
  • x-default auf jeder Sprachversion statt auf einer einzigen URL.

Häufige Fragen

Kann eine URL mehrere hreflang-Werte haben?

Ja. John Mueller von Google hat 2016 und 2017 bestätigt, dass Google eine URL mit mehreren Werten akzeptiert, etwa x-default und „en“ oder mehrere Ländercodes.

Darf x-default auf eine Sprachversion zeigen?

Ja. Die Sprachversion trägt dann zwei Werte, ihren Sprachcode und x-default.

Reicht hreflang="en" für alle englischsprachigen Länder?

Gibt es nur eine englische Version, reicht der Sprachcode. Ländercodes brauchst du erst, wenn es mehrere englische Versionen für verschiedene Länder gibt.

Kann ich hreflang="en-eu" verwenden?

Nein. „EU“ ist kein Ländercode nach ISO 3166-1, und Google ignoriert diesen Teil. Vergib stattdessen je Land einen eigenen Wert.

Kann ich mit einer englischen Seite französische Nutzer erreichen?

Mit einem Code wie „en-fr“ erreichst du vor allem englischsprachige Suchende in Frankreich. Für französischsprachige Suchanfragen brauchst du eine französische Version.

searchVIU liest bei jedem Crawl die hreflang-Angaben aller URLs deiner Website. Der Themenreport Hreflang zeigt, was sich seit dem letzten Crawl geändert hat. Das XML-Sitemap-Monitoring meldet, wenn hreflang-Angaben in deinen Sitemaps wegfallen. Mehr dazu auf der Seite Internationale Websites.

Demo anfragen

Quellen

Abgerufen am 15.10.2026. Ist eine Angabe veraltet oder fehlt etwas, schreib uns.

  1. Google, Lokalisierte Versionen deiner Seiten: https://developers.google.com/search/docs/specialty/international/localized-versions · Stand 21.09.2026
  2. Search-Console-Hilfe, Der Bericht „Internationale Ausrichtung“ wurde eingestellt: https://support.google.com/webmasters/answer/12474899
  3. ISO 3166, Ländercodes: https://www.iso.org/iso-3166-country-codes.html