Technisches SEO

Die hreflang-Anleitung für internationale Websites

Codes, x-default und die drei Wege der Umsetzung, mit Beispielen und den häufigsten Fehlern.

de-DEde-ATenx-default
Michael WeberStand: 02.11.202612 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
  • hreflang zeigt Google, welche Sprach- und Länderversionen einer Seite es gibt, damit jeder Nutzer die passende sieht.
  • Jede Version nennt sich selbst und alle anderen. Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Angabe.
  • hreflang zeigt nur auf erreichbare, indexierbare und kanonische URLs.

Was regelt hreflang?

Gibt es eine Seite in mehreren Sprachen oder für mehrere Länder, kann Google mit hreflang in jeder Suche die passende Version zeigen. Google findet Sprachversionen teilweise selbst, empfiehlt aber, sie ausdrücklich anzugeben. Die Sprache einer Seite erkennt Google dabei mit eigenen Verfahren. Weder hreflang noch das HTML-Attribut lang dienen dafür.

Übersetzte Seiten gelten für Google nicht als Duplikate. Anders ist es bei Versionen in derselben Sprache für verschiedene Länder, etwa für Deutschland und Österreich mit fast gleichem Text. Die kann Google als Duplikate werten. hreflang sorgt dann dafür, dass in Österreich trotzdem die österreichische URL erscheint.

Brauche ich hreflang?

Sobald es eine Seite in mehreren Sprachen oder in Versionen für verschiedene Länder gibt, lohnt sich hreflang. Google nennt dafür drei Fälle. Der Hauptinhalt ist vollständig übersetzt. Nur Navigation und Footer sind übersetzt, der Hauptinhalt bleibt in einer Sprache. Oder es gibt Versionen in derselben Sprache mit kleinen regionalen Unterschieden. In der Praxis tauchen vor allem diese Konstellationen auf.

KonstellationBeispielhreflang-Werte
Eine Sprache, mehrere LänderEnglisch für die USA, für Großbritannien und für alle übrigen Länderen-US, en-GB, en
Mehrere Sprachen, weltweitEnglisch, Französisch und Spanisch, jeweils für alle Länderen, fr, es
Ein Land, mehrere SprachenUSA mit einer englischen und einer spanischen Versionen-US, es-US
Mehrere Länder, einige davon mehrsprachigLänderdomains für Deutschland und die Schweiz, in der Schweiz auf Deutsch und Französischde-DE, de-CH, fr-CH
Regionen statt LänderJe eine englische Version für Europa, Nordamerika und Asien-PazifikJe Zielland ein Wert, mehrere Werte auf derselben URL

Für Regionen gibt es keine eigenen Codes. Eine Version für Europa bekommt deshalb einen Wert je Land, das sie ansprechen soll. Hat deine Website nur eine Sprache und richtet sich an ein Land, brauchst du kein hreflang.

Die URL-Struktur muss nicht zum hreflang-Wert passen. Versionen dürfen auf verschiedenen Domains liegen, und Sprach-Subdomains wie fr.example.com nutzt Google nicht, um die Zielgruppe einer Seite zu bestimmen. Welche Version wofür gedacht ist, steht im hreflang.

Sprach- und Ländercodes

Der Wert besteht aus einem Sprachcode nach ISO 639-1 und optional einem Regionscode nach ISO 3166-1 Alpha-2, verbunden mit Bindestrich. Groß- und Kleinschreibung spielt keine Rolle. Üblich ist die Region in Großbuchstaben.

WertBedeutungGültig
deDeutsch, für alle LänderJa
de-ATDeutsch für ÖsterreichJa
en-GBEnglisch für GroßbritannienJa
zh-HantChinesisch in traditioneller Schrift (Schriftcode nach ISO 15924)Ja
x-defaultFallback für alle übrigen NutzerJa
en-UKUK ist kein ISO-Code für GroßbritannienOhne Wirkung
beGedacht für Belgien, steht aber für Belarussisch. Der erste Teil ist immer die Sprache.Falsch verstanden
es-419Lateinamerika als Region unterstützt Google nichtNein

Nutze den reinen Sprachcode, solange sich die Inhalte je Land nicht unterscheiden. Ländercodes lohnen sich, wenn Preise, Versand, Rechtliches oder Wortwahl abweichen. Eine URL darf auch mehrere Werte tragen, etwa eine Version für Deutschland und Österreich zugleich. Wie das geht, erklärt der Artikel Mehrere hreflang-Werte auf einer URL.

x-default

x-default nennt die Seite für Nutzer, deren Sprache keine deiner Versionen trifft. Google empfiehlt es vor allem für Sprachauswahl-Seiten und Startseiten, die je nach Sprache oder Standort weiterleiten. Hast du keine solche Seite, kannst du eine bestehende Version als Fallback angeben, meist die englische.

Vor der Umsetzung planen

Eine Tabelle aller Versionen spart später viele Fehler. Für jede Version notierst du Adresse, Sprache und Zielländer.

VersionSpracheZielländerhreflang
example.com/de-de/DeutschDeutschlandde-DE
example.com/de-at/DeutschÖsterreichde-AT
example.com/de-ch/DeutschSchweizde-CH
example.com/en/Englischalle übrigenen, x-default

Jede Kombination aus Sprache und Land kommt nur einmal vor. Danach legst du fest, welche URLs verknüpft werden. In ein hreflang-Set gehören nur Seiten, die es in mehreren Versionen gibt, die Status 200 liefern, indexierbar sind und auf sich selbst kanonisieren. Für jede Version lohnt sich eine eigene Property in der Search Console. So siehst du Indexierung und Suchanfragen je Markt getrennt.

Welche Domainstrategie passt?

hreflang funktioniert mit jeder Struktur. Die Struktur ist aber selbst ein Signal. Google beschreibt die üblichen Wege mit diesen Vor- und Nachteilen.

  • Länderdomain (ccTLD), etwa example.de. Sie zeigt Nutzern und Suchmaschinen deutlich, für welches Land die Website gedacht ist. Dafür spricht sie nur ein Land an, kostet mehr und braucht mehr Infrastruktur.
  • Subdomain auf einer generischen Domain, etwa de.example.com. Sie ist schnell eingerichtet und erlaubt Server an verschiedenen Standorten. Am Namen allein erkennen Nutzer das Zielland oft nicht.
  • Verzeichnis auf einer generischen Domain, etwa example.com/de/. Es ist schnell eingerichtet und braucht wenig Pflege, weil alles auf einem Host liegt. Getrennt betreiben lassen sich die Versionen schwerer.

URL-Parameter wie ?loc=de empfiehlt Google nicht. Für hreflang zählt vor allem die Länderdomain. Eine Version auf example.co.uk richtet sich an Großbritannien. Ein hreflang-Wert für Irland auf derselben URL widerspricht diesem Signal. Was ein Umzug von mehreren Länderdomains auf eine Domain bewirken kann, zeigt das Fallbeispiel Von ccTLDs zu einer gTLD.

Drei Wege der Umsetzung

Google behandelt alle drei Wege gleich. Nimm einen davon. Mehrere gleichzeitig bringen keinen Vorteil und sind schwerer zu pflegen.

WegGeeignet fürZu beachten
HTML im <head>Die meisten Websites, einfach zu prüfenBei vielen Versionen wird der Head lang. Weiterleitende x-default-Seiten können keinen Rückverweis tragen.
HTTP-HeaderPDFs und andere Dateien ohne HTMLIm Quelltext unsichtbar, manche Tools lesen Header nicht mit
XML-SitemapGroße Websites mit vielen Versionen, auch über mehrere DomainsJeder Eintrag nennt alle Versionen inklusive sich selbst.

HTML im Head

Alle Versionen tragen denselben Block, jeweils mit vollständigen URLs.

<!-- identisch im <head> aller drei Versionen --> <link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://www.example.com/de-de/tisch/"> <link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://www.example.com/de-at/tisch/"> <link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.example.com/en/table/"> <link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://www.example.com/en/table/">

HTTP-Header

Für Dateien setzt der Server einen Link-Header, der bei allen Versionen gleich ist.

Link: <https://www.example.com/de/katalog.pdf>; rel="alternate"; hreflang="de", <https://www.example.com/en/catalogue.pdf>; rel="alternate"; hreflang="en"

XML-Sitemap

In der Sitemap nennt jeder <url>-Eintrag alle Versionen, auch sich selbst. Dafür brauchst du den Namespace xhtml. Mehr zu Sitemaps steht im Ratgeber XML-Sitemap.

<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9" xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <url> <loc>https://www.example.com/de-de/tisch/</loc> <xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://www.example.com/de-de/tisch/"/> <xhtml:link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.example.com/en/table/"/> </url> <url> <loc>https://www.example.com/en/table/</loc> <xhtml:link rel="alternate" hreflang="de-DE" href="https://www.example.com/de-de/tisch/"/> <xhtml:link rel="alternate" hreflang="en" href="https://www.example.com/en/table/"/> </url> </urlset>

hreflang und Canonical

Jede Sprachversion verweist per Canonical auf sich selbst. Eine Seite mit Canonical auf eine andere URL bekommt kein hreflang, und hreflang zeigt nur auf kanonische URLs. Ein Canonical von einer Länderversion auf eine andere sagt Google, dass nur das Ziel in den Index soll. Das widerspricht dem hreflang. Google empfiehlt außerdem, dass das Canonical einer Seite in derselben Sprache liegt. Beispiele mit Varianten und Länderversionen stehen im Artikel hreflang und Canonical und im Ratgeber Canonical.

Sonderfälle

hreflang per JavaScript und Google Tag Manager

Ein eigener Test von 2017 deutet darauf hin, dass Google hreflang im gerenderten HTML auswertet. hreflang-Angaben, die der Google Tag Manager aus dem DOM entfernt hatte, wirkten danach nicht mehr. Der Test lief auf einer Website. Wie du hreflang per GTM einfügst, wenn das CMS es nicht kann, beschreibt die Anleitung hreflang mit Google Tag Manager. Den Test findest du unter JavaScript-SEO-Experiment hreflang. Sicherer ist es, hreflang direkt im Quelltext auszuliefern.

hreflang prüfen

  1. Einzelne URL im Quelltext und im gerenderten HTML ansehen. Steht derselbe Block auf allen Versionen? Der kostenlose Hreflang Checker ruft dafür alle verlinkten Sprachversionen einer Seite ab.
  2. Jede Ziel-URL aufrufen. Sie muss Status 200 liefern, indexierbar sein und auf sich selbst kanonisieren.
  3. Rückverweise prüfen. Jede Version nennt alle anderen und sich selbst.
  4. Codes gegen ISO 639-1 und ISO 3166-1 prüfen.
  5. Sprache der Seite mit dem hreflang-Wert vergleichen. Google erkennt die Sprache am sichtbaren Inhalt. Steht auf einer Seite mit hreflang="fr" deutscher Text, passt die Angabe nicht. Google rät außerdem zu einer Sprache je Seite, für Inhalt und Navigation.
  6. Länderdomain mit dem Ländercode vergleichen. Eine URL auf example.at mit dem Wert de-DE sendet zwei Signale, die sich widersprechen.
  7. Sprachwechsler prüfen. Die Versionen sollten sich gegenseitig per normalem HTML-Link verlinken, damit Nutzer selbst wechseln können. Das empfiehlt Google ausdrücklich.
  8. Übersetzungen vergleichen. Verknüpfte Seiten zeigen denselben Inhalt in ihrer Sprache. Ist nur die Vorlage übersetzt und der Hauptinhalt nicht, kann das laut Google zu einer schlechten Nutzererfahrung führen.
  9. Für die ganze Website einen Crawl nutzen, der alle hreflang-Sets zusammenführt. Bei Tausenden URLs lassen sich Lücken anders kaum finden.
  10. In der Search Console je Property verfolgen, welche Version in welchem Land rankt.

Häufige Fehler

  • Der Rückverweis fehlt. Google ignoriert dann die Angabe zwischen beiden Seiten.
  • Die Seite nennt sich selbst nicht.
  • hreflang zeigt auf Weiterleitungen, 404-Seiten oder Seiten mit noindex.
  • Ziel-URLs mit einem Canonical auf eine andere Seite.
  • Relative URLs oder fehlendes Protokoll.
  • Falsche Codes wie en-UK oder ein Ländercode ohne Sprache.
  • Dieselbe Kombination aus Sprache und Land für zwei URLs.
  • Die Angaben stehen außerhalb des Head, etwa weil ein Script sie in den Body schreibt.
  • Nutzer werden nach Browsersprache oder IP-Adresse automatisch auf eine Version umgeleitet. Google rät davon ab.

Häufige Fragen

Brauche ich x-default?

Nicht zwingend. Google empfiehlt x-default für Sprachauswahl-Seiten und weiterleitende Startseiten. Hast du so eine Seite, solltest du sie angeben.

hreflang oder Canonical?

Beides hat eine andere Aufgabe. Das Canonical bündelt Duplikate auf eine URL, hreflang verbindet Sprachversionen. Jede Sprachversion hat ein Canonical auf sich selbst und hreflang auf alle Versionen.

Muss jede Seite auf sich selbst verweisen?

Ja. Laut Google listet jede Version sich selbst und alle anderen Versionen.

Kann ich nur einen Ländercode angeben?

Nein. Der erste Teil ist immer die Sprache. „be“ wäre zum Beispiel Belarussisch und nicht Belgien.

Wie lange dauert es, bis hreflang wirkt?

Google muss alle verknüpften Seiten neu crawlen. Bei großen Websites kann das Wochen dauern. Eine feste Zeit nennt Google nicht.

searchVIU prüft hreflang bei jedem Crawl über alle URLs deiner Website. Der Themenreport Hreflang zeigt, was sich seit dem letzten Crawl geändert hat. Page Watch beobachtet hreflang auf den wichtigsten Seiten kontinuierlich, über den Tag verteilt, und das XML-Sitemap-Monitoring meldet, wenn hreflang-Angaben in deinen Sitemaps wegfallen. Mehr dazu auf der Seite Internationale Websites.

Demo anfragen

Quellen

Abgerufen am 15.10.2026. Ist eine Angabe veraltet oder fehlt etwas, schreib uns.

  1. Google, Lokalisierte Versionen deiner Seiten: https://developers.google.com/search/docs/specialty/international/localized-versions · Stand 21.09.2026
  2. Google, Websites mit mehreren Regionen und Sprachen verwalten: https://developers.google.com/search/docs/specialty/international/managing-multi-regional-sites · abgerufen am 02.11.2026
  3. Google, Kanonische URL angeben: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/consolidate-duplicate-urls · Stand 10.07.2026
  4. Google, Was ist Kanonisierung?: https://developers.google.com/search/docs/crawling-indexing/canonicalization · Stand 20.08.2026
  5. ISO 639, Sprachcodes (Library of Congress): https://www.loc.gov/standards/iso639-2/php/code_list.php
  6. ISO 3166, Ländercodes: https://www.iso.org/iso-3166-country-codes.html