- Ein SEO Audit prüft, ob Google deine Seiten findet, abrufen, rendern und indexieren kann und ob die Inhalte die Suchanfragen gut beantworten.
- Ein Crawl liefert schnell tausende Hinweise. Den Wert des Audits macht die Reihenfolge aus, gewichtet nach betroffenen URLs und Klicks.
- Ein Audit ist eine Momentaufnahme. Mit dem nächsten Release können neue Fehler live gehen.
Was umfasst ein SEO Audit?
Ein SEO Audit ist eine strukturierte Prüfung deiner Website auf alles, was Sichtbarkeit in der Suche kostet. Als Maßstab dienen die Google Search Essentials. Sie bestehen aus drei Teilen: den technischen Anforderungen, den Spam-Richtlinien und den wichtigsten Best Practices.
Die technischen Mindestanforderungen sind kurz. Googlebot darf nicht blockiert sein, die Seite muss mit Status 200 antworten, und sie braucht indexierbaren Inhalt. Auf großen Websites scheitern genau daran oft ganze Seitentypen, etwa durch ein noindex im Template oder eine zu breite Regel in der robots.txt.
| Bereich | Leitfrage |
|---|---|
| Crawling | Findet und erreicht Google alle wichtigen URLs? |
| Indexierung | Dürfen die Seiten in den Index, und welche Version gilt als Original? |
| Rendering | Steht der Inhalt auch nach dem JavaScript noch im HTML? |
| Inhalte und Snippets | Beantworten Title, Überschrift und Text die Suchanfrage? |
| Interne Verlinkung | Verlinken die Seiten die wichtigen Ziele mit beschreibenden Linktexten? |
| Performance | Erreichen die Seiten bei echten Nutzern gute Core Web Vitals? |
Audit und Monitoring
Ein Audit beantwortet die Frage, wie die Website heute dasteht. Monitoring prüft dieselben Punkte laufend und meldet, wenn sich etwas ändert. Beides ergänzt sich. Das Audit legt fest, was gut ist, und das Monitoring hält diesen Zustand.
Vorbereitung
Ein gutes Audit beginnt vor dem ersten Crawl. Ohne Ziel und Datenbasis entsteht eine lange Liste, die niemand abarbeitet.
- Ziel festlegen. Geht es um einen Traffic-Verlust, einen geplanten Relaunch oder eine Bestandsaufnahme?
- Seitentypen definieren, etwa Kategorie, Produkt, Filter, Ratgeber und Marke, mit Beispiel-URLs je Typ.
- Datenquellen anbinden. Die Search Console liefert Klicks je URL, Analytics Umsatz oder Leads. Logfiles zeigen, was Googlebot wirklich abruft.
- Crawl einstellen. JavaScript-Rendering an, URLs aus der XML-Sitemap und der Search Console als zusätzliche Quellen, damit auch nicht verlinkte Seiten auftauchen.
- Freigaben klären. Viele Server blockieren unbekannte Crawler. Oft ist eine IP-Freigabe nötig.
Die Prüfbereiche
Die folgende Tabelle ist die Checkliste für den technischen Teil. Zu den meisten Punkten gibt es einen eigenen Ratgeber mit Details.
| Prüfung | Was du prüfst | Ratgeber |
|---|---|---|
| Statuscodes | 4xx und 5xx, Weiterleitungsketten, interne Links auf Weiterleitungen | 404-Fehler, 301/302 |
| robots.txt | Sperren für wichtige Verzeichnisse, CSS und JavaScript | Indexierung |
| Indexierung | noindex im HTML und im HTTP-Header, Bericht Seitenindexierung | Indexierung |
| Canonicals | Selbstreferenz, Kanonisierung auf 404 oder Weiterleitungen, Widerspruch zu hreflang | Canonical |
| hreflang | Rückverweise, Sprach- und Ländercodes, Ziel indexierbar | hreflang |
| XML-Sitemaps | Nur indexierbare URLs mit Status 200, Grenzen von 50.000 URLs und 50 MB je Datei | XML-Sitemap |
| Rendering | Rohes HTML gegen gerendertes HTML, Title, Links und Inhalt nach JavaScript | JavaScript-Crawling-Studie |
| Interne Links | Seiten ohne interne Links, Klicktiefe, Linktexte | |
| Strukturierte Daten | Fehler und Warnungen, Markup passend zum sichtbaren Inhalt | Schema Markup und KI |
| Core Web Vitals | LCP, INP und CLS aus Felddaten je Seitentyp | Core Web Vitals |
Einzelne Antworten prüfst du schnell im Terminal. So siehst du Statuscode, Weiterleitung und ein noindex im Header auf einen Blick.
Das Beispiel zeigt einen typischen Fund. Die Seite antwortet mit 200, aber der Header schließt sie vom Index aus.
Was du weglassen kannst
Der SEO-Starterleitfaden von Google nennt Punkte, die für die Suche keine Rolle spielen. Dazu gehören das Meta-Keywords-Tag, eine bestimmte Textlänge, Keywords im Domainnamen und die Reihenfolge der Überschriften. Duplicate Content ist laut Google kein Verstoß gegen die Spam-Richtlinien. Er kostet aber Crawl-Ressourcen. In einem Audit gehören solche Punkte höchstens in eine Fußnote.
Priorisieren
Der erste Crawl einer großen Website ist oft überwältigend. Zehntausende fehlende Meta Descriptions stehen neben einem noindex auf allen Kategorien. Sortiere deshalb jede Fundstelle nach drei Fragen.
- Wie viele URLs betrifft es, und welche Seitentypen?
- Wie viele Klicks aus der Search Console haben diese URLs, oder wie viel Umsatz?
- Verhindert der Fehler Crawling oder Indexierung, oder verschlechtert er nur die Darstellung?
Was die Indexierung von Seiten mit Klicks verhindert, kommt nach oben. Was nur Seiten ohne Klicks betrifft und nichts blockiert, kommt nach unten, auch wenn die Zahl der Fundstellen groß ist.
Das Ergebnis ist eine kurze Liste mit Verantwortlichen. Jeder Punkt beschreibt die Ursache, die betroffenen Seitentypen, Beispiel-URLs und den erwarteten Effekt.
Nach dem Audit
Nach der Umsetzung crawlst du die betroffenen Seitentypen erneut und prüfst, ob der Fix live ist. In der Search Console zeigt die URL-Prüfung, wie Google eine Seite jetzt sieht. Bis sich Änderungen in der Suche zeigen, vergehen laut Google Stunden bis Monate.
Das Risiko nach einem Audit ist der nächste Release. Ein Template-Update kann ein noindex zurückbringen oder Canonicals überschreiben, und das letzte Audit merkt davon nichts. Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Prüfungen regelmäßig zu wiederholen.
Häufige Fehler
- Crawl ohne JavaScript-Rendering. Bei Shops und Single-Page-Apps fehlen dann Links und Inhalte.
- Alle Hinweise gleich gewichten und mit den einfachsten anfangen.
- Nur die verlinkten URLs prüfen. Seiten, die nur in der Sitemap oder in der Search Console stehen, bleiben unsichtbar.
- Das Audit als PDF abgeben und nie wieder öffnen.
- Punkte prüfen, die laut Google keine Rolle spielen, etwa Meta Keywords.
Häufige Fragen
Was ist ein SEO Audit?
Eine strukturierte Prüfung deiner Website auf alles, was Sichtbarkeit in der Suche kostet, von Crawling und Indexierung über Rendering bis zu Inhalten und Performance. Am Ende steht eine priorisierte Liste mit Maßnahmen.
Kann ich ein SEO Audit selbst machen?
Ja. Du brauchst Zugriff auf die Search Console, einen Crawler mit JavaScript-Rendering und Zeit für die Bewertung. Die Checkliste oben deckt den technischen Teil ab.
Wie oft sollte ich ein SEO Audit machen?
Ein vollständiges Audit vor größeren Projekten wie einem Relaunch und nach starken Traffic-Verlusten. Die wichtigsten technischen Prüfungen solltest du nach jedem Release wiederholen oder laufend überwachen.
Wie lange dauert ein SEO Audit?
Das hängt von Größe und Ziel ab. Der Crawl großer Websites dauert Stunden bis Tage, die Bewertung und Priorisierung meist länger als der Crawl selbst.
Welche Tools brauche ich?
Die Google Search Console, einen Crawler mit JavaScript-Rendering und bei großen Websites Logfiles. PageSpeed Insights zeigt die Core Web Vitals einzelner Seiten.
Kann ChatGPT ein SEO Audit machen?
Ein Sprachmodell kann einzelne Seiten bewerten und Hinweise erklären. Für ein Audit fehlen ihm die Daten, also ein vollständiger Crawl, die Klicks aus der Search Console und die Logfiles.
Quellen
Abgerufen am 15.10.2026. Ist eine Angabe veraltet oder fehlt etwas, schreib uns.
- Google Search Essentials: https://developers.google.com/search/docs/essentials · Stand 10.12.2025
- Google, Technische Anforderungen: https://developers.google.com/search/docs/essentials/technical · Stand 18.12.2025
- Google, SEO-Starterleitfaden: https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/seo-starter-guide · Stand 10.12.2025
- Search-Console-Hilfe, Bericht Seitenindexierung: https://support.google.com/webmasters/answer/7440203 · Abruf 15.10.2026
- sitemaps.org, Protokoll: https://www.sitemaps.org/protocol.html